Veröffentlicht am: Apr 27, 2015

Der Flötenunterricht Teil2

Hi, mein Name ist Susann. Schön, dass du zu meiner Übungsstunde kommst.

Wie sollte man üben?

Das bin ich

Um die Freude am Querflötenspiel nicht zu verlieren, sollte man eine klare Unterscheidung zwischen Üben und Spielen machen. Es gibt Tage, an denen man Spielen aber nicht üben will. Dies sollte man dann auch tun. Ich empfehle, das Instrument in der Wohnung immer offen sichtbar zu legen, um auch zwischendurch „mal eben“ ein paar Töne spielen zu können.

Kommt man dann zum Üben, sollte dies strukturiert sein. Eine gut ausgewogene Kombination aus Tonbildungsübungen, Fingertechnik und vom Blatt-Spiel-Übungen ist wichtig. Man kann keinem Spieler anhand einer Übeuhr vorschreiben, wie viel Zeit er für welche Übungen aufwenden soll, denn jeder Mensch hat unterschiedliche Begabungen und Schwerpunkte. Deshalb muß auch der Übeplan individuell gestaltet werden.

Wichtig ist nur: lieber häufiger (täglich) etwas spielen, als einmal pro Woche ein oder mehrere Stunden. Kein Spieler, egal ob Amateur oder Profi, kommt ohne zu üben aus. Jeder Musiker, der glaubt, mit seiner oder seinen Spielmannszug-Übungsstunde pro Woche aus zukommen, ist mit Sicherheit auf dem Holzweg und bewegt sich musikalisch bestimmt zurück!

Wie man seine Übungszeit gestalten kann

Da jeder nur eine bestimmte tägliche Zeitspanne zum Üben zur Verfügung hat, hier eine Übungsmethode in Prozent und nicht in Minuten.

    Lange Töne halten
    ca. 10%
  • 10% - Lange Töne halten, am besten ein ganzes Ausatmen lang zirca 30 Sekunden. Das stärkt den Ansatz und verbessert die Tonqualität ungemein. Diese Übung kann man super mit der Dynamikübung laut, leise verbinden und spart schon mal eine Menge Zeit.
  • Eigene Melodien spielen
    ca. 10%
  • 10% - Eigene Melodien spielen, dazu braucht man keine Noten und kein Rhytmus, sondern nur eine Querflöte und einen ruhigen Raum. Oft weiss man nicht so genau was man als nächstes üben soll und dann spielt man doch nur wieder die gleichen Melodien wie immer, die man aber schon kann und redet sich damit raus, dass einem nichts eigenes einfällt („Ich habe keine eigenen Ideen und alle anderen sind doch eh besser“).
    Aber bei dieser Übung kommt es gar nicht auf die Qualität an, sondern nur auf das Gefühl. Man fängt einfach an, irgendwelche Noten aneinander zu reihen und hört wie das klingt. Sobald man merkt, dass man wieder etwas bekanntes spielt, bricht man sofort ab und beginnt von neuem. Nach kurzer Zeit spielt man eigene Melodien und dabei kann man wegen des fehlenden Notenstress super auf den Ton achten.
  • Tonleitern üben
    ca. 20%
  • 20% - Tonleitern üben, alle paar Tage eine neue Tonleiter, aber man fängt bitte nicht mit C-Dur an und arbeitet sich vorwärts, sondern beginnt irgendwo und geht dann in Halbtonschritten vorwärts, so verliert man allmählich die Angst vor vielen Kreuzen. Alle Tonleitern sind dann nämlich gleichschwer oder leicht, wenn man das so lernt. Diese Übung kann man rhytmisch gestalten, "dobee-dobee-do" oder was einem sonst noch einfällt.
  • Technische Fingerübungen
    ca. 20%
  • 20% - Technische Fingerübungen, immer gleichmässig und ganz wichtig „mit Metronom“.
  • Nach Gehör zu spielen
    ca. 20%
  • 20% - Man übt Stücke nach Mitspiel-CD`s oder dudelt mit dem Radio mit nach Gehör. Nach Gehör zu spielen ist enorm wichtig. Damit kann man sich über fast jede Situation retten.
  • Noten üben
    ca. 20%
  • 20% - Noten üben. Man nehme sich am besten immer wieder neue Noten spiele sie ein bis dreimal durch und lege sie dann weg.
  • Fingerhaltung
    Fingerhaltung

Noch ein mal was Allgemeines zum Üben:

Es ist viel besser täglich nur 15 - 20 Min. zu Üben, als einmal die Woche 3 Std. Die benutzte Muskulatur fängt schon nach 24Std. wieder an sich zurückzubilden und bei nur einmaligem wöchentlichen Üben quält man sich immer wieder aufs Neue. Wenn der Mund anfängt weh zu tun, einfach mal eine kleine Pause einlegen. Und zu guter letzt kann man nur jedem raten sich irgend jemand zu suchen, mit dem man dann ab und an mal zusammen spielt. Das macht nicht nur Spass sondern bringt auch ungemein schnell weiter, egal wie gut oder schlecht man ist. Und Spass ist eines der wichtigsten Kriterien beim Üben.

Nun wollen wir endlich Üben

Dazu habe ich dir das Notenwerte Lied mitgebracht.
Hier findest du die Grifftabelle.

Das Notenwerte Lied

Eine immer wieder gestellte Frage ist:

Wie lange es dauert es, bis man den Bogen heraus hat?

Flöte spielen lernen ist leicht, wenn man die richtigen Instruktionen bekommt. Natürlich braucht es ein wenig Übung und Geduld, da man beim Flötespielen bestimmte Gesichtsmuskeln benutzt, die man in anderer Weise sonst nicht so verwendet.
Bei manchen sind es nur wenige Minuten, bis die ersten Töne kommen, andere brauchen ein wenig länger. Es hängt einzig davon ab, wie gut es gelingt, der Anleitung zu folgen, denn mehr braucht es tatsächlich nicht. Also, ein wenig Geduld und Training und bitte immer hübsch lächeln ...